Tipps und Techniken für mehr Fokus und Konzentration.

Fokus

Mehr Fokus und Konzentration am Arbeitsplatz

 

Kennst Du das auch?

Dein E-Mail Postfach quillt über, Du springst von Meeting zu Meeting und auf Deinem Schreibtisch türmen sich die Dokumentenstapel auf? Eigentlich hast Du ziemlich viel zu tun und doch wandern Deine Gedanken unentwegt umher? Dich zu konzentrieren, fällt Dir schwer?

Dazu lauern überall noch unzählige Ablenkungen. Die minütlichen Push-und WhattsApp-Nachrichten auf Deinem Handy, der Anruf von Kolleg:innen oder auch der nette Plausch in der Bürotür. In einer sich immer schneller drehenden Welt, die uns mit Informationen nur so überflutet, fällt es uns zunehmend schwerer, den Fokus zu halten.

Statt sich einfach nur auf eine einzelne Sache zu konzentrieren, ist Multi-Tasking die Devise vieler Angestellter, Führungskräfte und Unternehmer:innen. Vielleicht genauso auch bei Dir? Und selbst, wenn Du Feierabend machst, warten schon die nächsten Situationen auf Dich, die um Deine Aufmerksamkeit ringen?

Das Problem an der ganzen Sache?

Je weniger Du Dich fokussieren kannst, umso eher riskierst Du unproduktiver zu sein, Fehler zu machen und nützliche Zeit zu verschwenden. Mal abgesehen von weiteren unternehmerischen Nachteilen, die daraus für Dich resultieren können, kann das ganz schön auf Deine Stimmung schlagen.

Wenn Du schonmal die Erfahrung gemacht hast, gefühlt den ganzen Tag nur am Rotieren gewesen zu sein, ohne jedoch am Ende des Tages wirklich etwas geschafft oder wesentlich voran gebracht zu haben, weißt Du, wie unglaublich frustrierend und demotivierend das sein kann.

Da wäre es doch viel wünschenswerter, Deinen Arbeitsalltag mit einem zufriedenen Lächeln zu beenden. Weil Du wichtige Aufgabe nicht länger aufschiebst, sondern endlich erledigst und das noch mit wirklich guter Qualität. Weil Du Dein Unternehmen smart, ressourcenschonend und zielgerichtet nach vorn bringst.

Und da habe ich jetzt eine wirklich gute Nachricht für Dich: Diesen Wunsch kannst Du real werden lassen!

Das Wunderwerk Gehirn: Und Du lernst nie aus.

Aufgrund der Neuroplastizität (=Fähigkeit des Gehirns, sich zu verändern und zu strukturieren) Deines Gehirns, ist es möglich, dass Du ein Leben lang lernen und sogar Dein Gehirn gezielt trainieren kannst. Das bedeutet, es ist möglich, dass Du lernst, Dich (wieder) auf eine Sache konzentrieren zu können.

Am ehesten gelingt Dir dies, wenn Du Dir ein Ziel setzt, dass Dich motiviert. Laut aktuellem Wissenstand der Neurowissenschaften lernen wir nämlich am besten, wenn wir in einer positiven Stimmung und motiviert sind.

Wenn Du Dich also schon einmal gefragt hast, warum Du Dir damals in der Schule (und vielleicht heute noch), in dem ein oder anderen Fach, Inhalte nur schwer merken oder verstehen konntest, lag es schlicht und ergreifend an Deinem Interesse und Deiner Gefühlswelt. Dinge, die Dich einfach nicht interessieren, werden Dich nur selten motivieren, sich näher mit ihnen zu befassen. Genauso kann Deine damalige Lehrkraft für so schlechte Stimmung gesorgt haben, dass sie Dir die Freude am Lernen genommen hat.

Konzentration am Arbeitsplatz: So hältst Du den Fokus.

Eins vorab. Es ist normal, dass Du beizeiten etwas unkonzentrierter bist oder Dich schneller ablenken lässt. Das hängt u.a. davon ab, in welcher physischen und psychischen Verfassung Du bist. Klar ist, dass so lange Du insgesamt leistungsfähig bleibst und Deine Aufgaben erledigt bekommst, gibt es keinen Grund zur Sorge.

Sollte Dir hingegen auffallen, dass Deine Arbeitsleistung zunehmend schlechter wird, Du ständig Sachen vergisst und Dich nur noch kurz Zeit fokussieren kannst, lohnt es sich genauer hinzuschauen.

Eine belastende Arbeitsatmosphäre, private Probleme und zu wenig Erholung kann Deine Produktivität und Konzentration erheblich mindern, Fehler wahrscheinlicher machen und zu Schaden im Unternehmen führen. Mal abgesehen von den persönlichen Nachteilen, wie Stress, Anspannung, Unzufriedenheit und Energielosigkeit, die damit einhergehen.

Sorge also dafür, dass Du während der Arbeitszeit möglichst wenigen Ablenkungen ausgeliefert bist. Je weniger Du versucht bist Dich mit anderen Dingen, als Deiner eigentlichen Aufgabe, zu beschäftigen, umso einfacher wird es Dir fallen, den Fokus zu halten.  

Du fragst Dich, was Du konkret tun kannst, um wieder deutlich konzentrierter und produktiver zu arbeiten? Die Antwort findest Du hier in diesem Artikel. Für Dich habe ich die 8 wichtigsten Tipps und Methoden, die mir und meinen Klient:innen helfen, bessere Arbeitsleitungen und Ergebnisse zu erzielen, zusammengestellt.

Mit den folgenden 8 effektiven Tipps und Methoden, wird es Dir leichter fallen, Dich wieder besser auf die Arbeit zu fokussieren:

1.) Sorge für ausreichend Schlaf und Erholung.

Du kennst das bestimmt. Viel Stress, wenig Pause und schlechter Schlaf sind keine guten Arbeitsbegleiter. Du bist ständige müde, kannst Dich nur schlecht konzentrieren und wirklich produktiv bist Du auch nicht. Sorge also zunächst dafür, dass Du genügend Pausenzeiten einhältst. Als Solopreneurin gebe ich mir meine Arbeits- und Pausenzeiten i.d.R. selbst vor. Daher habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht,  alle 60 Minuten einen Handytimer zu stellen, der mich daran erinnert einen kurze Pause zu machen. Das Handy lege ich bewusst ein paar Meter weg von mir, damit ich auf jeden Fall aufstehen muss, um den Alarm abzuschalten. Einmal aufgestanden fällt es mir leichter, ein paar Dehnübungen zu machen, durchzuatmen oder einfach ein paar Schritt zu gehen.

Achte auch darauf, Dich bewusst zu erholen. Neue Kraft ziehen wir aus erholsamem Schlaf und Momenten der Entspannung, nicht aus 24/7 arbeiten.

2.) Ernähre Dich gesund.

Damit Dein Körper leistungsfähig ist und mit allen essenziellen Nährstoffen versorgt wird, achte auf eine ausgewogene und gesunde Nahrung. Damit Du konzentriert arbeiten kannst, braucht Dein Gehirn Energie und Omega-3-Fettsäuren. Und nein ich meine jetzt nicht das leckere Stück Kuchen oder die Nudeln in Käse-Sahne-Sauce. Achte auf eine gute Balance aus gesunden Fetten, wie z.B. Nüsse, Avocado oder Lachs, komplexen Kohlehydraten, wie Vollkornbrot, Naturreis oder Äpfel und Proteinen, wie Joghurt, Eier oder Tofu

Für die Arbeit könntest Du Dir eine leckere Bowl mit einem hohen Gemüseanteil oder ein leckeres Porridge mit Blaubeeren und Nüssen mitnehmen.

Mein Buchtipp für eine gehirngerechte Ernährung: Dr. Food für Seele, Gehirn und Nerven. Die besten Ernährungsstrategien für geistige Leistungsfähigkeit und innere Balance.

3.) Treibe Sport.

Diese Empfehlung hast Du bestimmt schon öfter mal gesehen oder gehört. Bewegung im Allgemeinen und Sport insbesondere hilft Dir auf sehr vielen Ebenen. Neben gesundheitlichen Vorteilen bietet Dir regelmäßiger Sport die Möglichkeit, Dich körperlich und geistig lange fit zu halten. Zudem eignet sich Sport hervorragend, um Deine mentale Leistungsfähigkeit zu trainieren. Viele Sportarten erfordern hohe Konzentration und gezielt Fokus. Allen voran ist hier der Klettersport zu nennen.

Übrigens biete ich in regelmäßigen Abständen Boulder-Coaching-Workshops auch für Anfänger an. Erfahre, wann das nächste Boulder (Klettern auf Absprunghöhe) Event ansteht und lasse Dich gleich vormerken.

4.) Werde produktiver.

In vielen Köpfen herrscht noch der Glauben vor „wer viel arbeitet, schafft viel“. Das kenne ich auch von mir selbst. Lange Zeit habe ich gedacht, wenn ich viele Stunden aufwende, bekomme ich viel erledigt. Nur geht diese Rechnung in den seltensten Fällen auf. Am effektivsten ist es, wenn Du mit wenig zeitlichen und energetischen Aufwand das meiste rausholt. Nicht umsonst setzen viele erfolgreiche Topmanager und Unternehmer:innen auf das Pareto Prinzip (80:20). Statt also bei jeder Aufgabe Vollgas zu geben, solltest Du bevorzugt die Aufgaben erledigen, die nur 20% Zeit- und Energieaufwand benötigen, jedoch 80% bringen.

5.) Sorge für eine ruhige Umgebung.

Dein Arbeitsplatz sollte so gut wie möglich, frei von Störungen und Unterbrechungen sein. Kleine Veränderungen können schön Großes bewirken. Um konzentrierter zu arbeiten, kannst Du Deine Bürotür geschlossen halten, Dein Handy stumm schalten, Deinen Internetbrowser und Dein E-Mail-Postfach für den Moment ausgeschaltet lassen. Kopfhörer können Lärm und Störgeräusche abmildern.

6.) Priorisiere und delegiere.

Bevor Du Deinen Arbeitsalltag beginnst, verschaffe Dir einen Überblick über die zu erledigen Aufgaben. Ich arbeite gerne mit Wochen- und Tagesplänen, um strukturiert und trotzdem flexibel vorzugehen. So plane ich grob, was die Woche ansteht und dann gezielt Tag für Tag. So kann ich gut Unvorhersehbares miteinplanen. Dabei ordne ich die Aufgabe nach Wichtigkeit und Dringlichkeit an. Du kannst also überlegen, was ggf. auch noch warten kann. Hilfreich ist es zudem, wenn Du Aufgaben weg delegierst, die Du nicht unbedingt selbst erledigen musst. Das verschafft Dir mehr Kapazität, um fokussierter Arbeiten zu können.

7.) Setze Dir einen Rahmen.

Wenn Du weißt, welche Aufgabe nun wichtig ist und dringend bearbeitet werden sollte, setze Dir einen Rahmen. Mache Dir klar, zu wann die Aufgabe erledigt sein muss. Portioniere einzelne Arbeitsschritte. Schaue welches Zeitfenster am Tag Du gezielt nutzen kannst, um konzentriert an der Aufgabe zu arbeiten. Setze Dir einen Timer. 30-45 Minuten arbeitest Du fokussiert, ohne Ablenkungen und in Ruhe (siehe Punkt 4), ehe Dich der Alarm an eine Pause erinnert. Studien haben erwiesen, dass unsere Konzentration nach 45 Minuten schwindet und unser Gehirn eine kurze Auszeit benötigt. Um wirklich effizient und produktiv zu sein, halte die Pause unbedingt ein.

8.) Nutze Mentales Training.

Um zu lernen, Deine Aufmerksamkeit gezielt auf eine Sache zu lenken, kannst Du verschiedene Dinge ausprobieren. Du kannst z.B. mit dem Meditieren anfangen. Besonders bei der Meditation geht es darum, Deine Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment zu lenken und präsent zu sein. Hilfreich kann es auch sein Yoga zu machen, zu zeichnen, zu musizieren, zu kochen oder zu gärtnern.

 

Du wünschst Dir Unterstützung?

Um Dich selbst oder auch Dein Business weiter voran zu bringen und produktiv zu halten, sind noch einige weitere wichtige Aspekte zu beachten. Gemeinsam können wir in einem 1:1 Gespräch klären, welches Vorgehen und welche Strategien im Einzelnen für Dich sinnvoll sind. Damit Du zufrieden mit Dir und Deinem Business Fortschritt bist. Nimm gern Kontakt zu mir auf.

In Zeiten von Unsicherheiten und Krisen – Wie ein gutes Krisenmanagement gelingen kann.

Bereits Erick Kästner fasste es treffend zusammen „Seien wir ehrlich – leben ist immer lebensgefährlich.“

Und ja, unser Leben bestand schon immer aus Unsicherheiten, unvorhersagbaren Ereignissen und Risiken, die an jeder Ecke lauern. Das war bereits vor der Corona-Krise so und wird sich auch nach Pandemieende nicht verändern. Leben bedeutet stets Entwicklung und Veränderung. Nichts bleibt, wie es ist. Nicht mal wir selbst. Vom Säuglings- bis zum Seniorenalter verändern wir uns durchgehend physisch, mental und emotional.

Selbst, wenn wir Pläne schmieden und das kennst Du bestimmt, bahnt sich das Leben stets seinen eigenen Weg. Wie oft ist bereits in Deinem Leben, in Deiner Selbstständigkeit oder in Deinem Unternehmen musstest Du Pläne, Vorhaben und Ziele wieder verwerfen. Einfach, weil die Dinge anders gekommen sind, als gewünscht und angedacht. Vielleicht, weil Mitarbeiter:innen kündigen, Kooperationspartner abspringen, sich Märkte verändern, Finanzkrisen oder private Probleme entstehen.

Der „Cliffhanger“ unseres Lebens – Unsicherheit aushalten.

Wir sind also tagtäglich mit eben diesen Unberechenbarkeiten konfrontiert und im Grunde wissen wir das auch, nur einen geeigneten Umgang damit zu finden, stellt für die meisten Menschen eine große Herausforderung dar. So berichten mir auch viele meiner Klient:innen im Coaching, wie herausfordernd es für sie selbst, Kolleg:innen oder auch für ihre Mitarbeiter:innen ist, durch Krisenzeiten hindurchzugehen ohne zu wissen, wie sich der Ausgang gestaltet.

Genau also, wie bei einer Folge Deiner Lieblingsserie, die den Spannungsbogen nach oben zieht und Dich dann am Ende mit dem „Cliffhanger“ aufgeregt zurücklässt.  Am liebsten würdest Du jetzt wissen, wie es weitergeht. Aber das erfährst Du natürlich nur, wenn Du die nächste Folge klickst. Das Nichtaushalten der Unwissenheit und die Neugierde treibt Dich letztlich dazu an, (gleich) weiter zu schauen.

Orientierung und Planbarkeit ist das, was wir uns wünschen. Das Aufhalten in der Komfortzone, ein geregeltes Leben führen, heiraten, eine Lebensversicherung abschließen und einen unbefristeten Mietvertrag haben. Alles, um das Gefühl der maximalen Sicherheit zu erreichen. Kontrolle über das Unkontrollierbare zu erlangen und doch scheitern wir immer wieder. Denn Leben ist auch immer Risiko. Ob wir wollen oder nicht.

Unsicherheit und Risiko – Unseren treuen Begleiter.

Letztlich gilt es zu lernen, mit Ungewissheiten umzugehen. Beruflich und privat. Denn, wenn Du akzeptieren kannst, dass Unsicherheiten und Risiken nun eben mal Teile unserer Existenz sind, kannst Du handlungsfähig bleiben und Krisen souveräner meistern. Jede Herausforderung, der Du begegnest, bietet Dir auch immer die Chance, Dich weiterzuentwickeln.

Nicht umsonst suchen erfolgreiche Unternehmen auch immer Krisen. Sie haben verstanden, dass Krisen das Potenzial bieten, Innovationen befördern und hervorbringen können.

Und genau darum geht es in diesem Beitrag. Lies jetzt weiter und erfahre, wie es Dir als Privatperson und vor allem als Selbstständige:r oder Unternehmer:in gelingen kann, Krisen zu meistern und sogar gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

Was ist eigentlich Unsicherheit?

Mit dem Substantiv Unsicherheit ist gemeint: Das Nichtwissen über etwas oder eine Situation in der Zukunft, deren Entwicklung bzw. Ausgang wir nicht kennen.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, ich möchte in meinem Unternehmen ein neues Produkt X entwickeln. Meine Kundenumfrage hat ergeben, dass es prinzipiell eine Nachfrage für mein Produkt X gibt. Zunächst erstmal eine gute Ausgangsgrundlage. Doch trotzdem kann ich nicht mit absoluter Gewissheit davon ausgehen, dass mein Vorhaben Produkt X zur absoluten „Cash-Cow“ zu machen fruchtet und es zu 100% den Kundenwünschen entspricht. Es kann gut sein, dass sich die Wünsche meiner Kund:innen bis zur Fertigstellung der Produkts X schon wieder geändert haben. Und genau damit sind wir als Entscheidungsträger:innen, Selbstständige:r und Unternehmer:in tagtäglich konfrontiert. Wir müssen Entscheidungen unter Abwägung von Unsicherheiten und Risiken treffen.

Warum fällt es uns so schwer, Unsicherheit auszuhalten?

Der Psychologe Klaus Grawe hat einst vier grundlegende Bedürfnisse beschrieben, die uns allen Menschen innewohnen. Er geht davon aus, dass wir nach:

  • Orientierung und Kontrolle
  • Selbstwerterhöhung / Selbstwertschutz (Wir wollen anerkannt und gesehen werden. Uns als kompetent empfinden.)
  • Lustgewinn / Unlustvermeidung
  • Bindung (Zugehörigkeit) streben.

Betrachten wir das erste Bedürfnis „Orientierung und Kontrolle“ wird klar, warum wir kein Fan von Unsicherheiten sind. In dem Moment, in dem wir nicht wissen, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln und wir auch nur wenig oder keinen Einfluss darauf nehmen können, erleben wir zunehmend einen Kontrollverlust und fühlen uns orientierungslos. Dies geht mit einer Reihe an unangenehm erlebten Gefühlen einher und macht deutlich, warum wir es so gern vermeiden, Unsicherheiten zu erleben und Risiken einzugehen.

Natürlich, im ersten Moment mag es bequem sein, wenn Du Dich neuen und ungewohnten Herausforderungen nicht stellen musst. Doch langfristig betrachtet, nimmst Du Dir die Möglichkeit, zu wachsen und Dein Handlungsrepertoire zu erweitern. Bist Du etwa darauf bedacht, jede Krise zu umschiffen und keinerlei Risiken einzugehen, wirst Du nie erfahren, welch (wahres) Potenzial in Dir, Deinem Business oder Deinen Mitarbeiter:innen steckt.

Letztlich bleibst Du auf der Strecke, während andere an Dir vorbeiziehen. Einfach weil sie sich getraut haben eine neue Stelle anzunehmen, ein eigenes Business zu gründen oder eine risikobehaftete Veränderung im Unternehmen durchzuführen.

Selbst Reinhard Mohn, langjährige Bertelsmann-Chef, war der Meinung, dass Unternehmer:innen  um wirklich Erfolg zu haben, dazu bereit sein sollten Risiken einzugehen.

Selbstverständlich meint Risikobereitschaft und die Offenheit gegenüber Krisen nicht, dass Du Dich völlig blauäugig und strategielos in unbekannte Situationen begeben sollst.

Krisen strategisch begegnen und erfolgreich managen.

Im Privaten, wie im Beruflichen können uns also Krisen jederzeit ereilen. Blicke einmal auf Dein bisheriges Leben zurück und ich bin mir sicher, Du hast auch schon die ein oder andere Krise durchlebt. Krisen können übrigens durch innere und / oder äußere Umstände hervorgerufen werden.

Innere Auslöser können auf der persönlichen Ebene Ängste, negative Erfahrungen und Enttäuschungen sein. Berufsbezogen kann dies Firmenintern beispielsweise durch eine mangelhafte Kommunikation, ein inadäquates Finanzmanagement oder fehlende Innovationen bedingt sein.

Äußere Auslöser für eine Krise können Naturkatastrophen, Finanzkrisen oder eine politisch gesteuerte Anhebung von Rohstoffpreisen sein.

Ob mono- oder multikausal bedingte Krise, die Frage ist stets die, ob Du selbst oder auch Dein Unternehmen über ein adäquates Krisenmanagement verfügt und nicht zuletzt auch, mit welcher persönlichen Einstellung Du Krisen begegnest.

Krisen als Chance begreifen.

Betrachten wir einmal die Corona-Krise. Sicherlich, es gibt und gab viele beschwerliche Momente für Dich und viele andere. Doch es gibt auch positive Entwicklungen, die erst durch Corona ermöglicht wurden. Die Natur konnte sich erholen, es gab insgesamt weniger CO-2 Emissionen, viele Menschen hatten das Gefühl besser zu Ruhe kommen zu können und Defizite konnten aufgedeckt werden. Dadurch erlebten bspw. die Pflegeberufe eine längst überfällige Beachtung und Aufwertung in der Gesellschaft.

Arbeitgeber:innen waren angewiesen Homeoffice zu ermöglichen. Ein Umstand, der für viele Unternehmer:innen lange Zeit undenkbar war, aus Angst davor ihre Mitarbeiter:innen nicht mehr im Auge behalten zu können und Produktivitätseinbußungen in Kauf nehmen zu müssen. Und doch zeigten die Erfahrungen, dass Mitarbeiter:innen (bei entsprechender Führung) auch von zu Hause aus produktiv sein können und viele Aufgaben durch das Fortschreiten der Digitalisierung eigentlich von überall aus durchführbar sind.

Vielen Manager:innen und Führungskräften erlebten zudem, dass Online Meetings erfolgreich verlaufen können, ohne dafür um den halben Globus fliegen zu müssen.

Krisenmanagement – Das 4-Phasen-Modell

Was also kannst Du konkret für Dich oder Dein Unternehmen tun, um eine Krise zu meistern, sie ggf. abzuwenden und bestenfalls gestärkt aus ihr hervorzugehen?

Klar ist, dass Du Dich zunächst damit befassen solltest, ob sich eine Krise erahnen, ergo antizipieren lässt oder ob Du akut auf eine Krise reagieren musst. So, wie wir es in Zeiten von Corona erlebt haben. Je nachdem erfordert es nämlich ein anderes Handeln von uns.

In jedem Fall empfiehlt es sich, ob als Privatperson, Führungskraft, Manager:in oder Unternehmer:in Strategien und Maßnahmen zur Krisenbewältigung zu entwickeln, um zukünftig auf Unerwartetes schnell, effektiv und schadensabwendend oder- begrenzend zu reagieren. In diesem Zusammenhang sprechen wir auch von dem Terminus Krisenmanagement.

Ein jedes Unternehmen, das ein langfristiges Überleben anstrebt, sollte darauf bedacht sein, ein fähiges Krisenteam zu installieren, über geeignete Strategien zu verfügen und eine effektive Kommunikation zu ermöglichen.

Das unten aufgeführte 4-Phasen-Modell nach Prof. Dr. U. Krytsek nutze ich gern, um ein besseres Verständnis über den Umgang mit Krisen zu erhalten.

Bildquelle: https://www.groupalarm.com/blog/was-ist-krisenmanagement-teil-2-krisenmanagement-prozess

Dem 4-Phasen-Modell (n. Krystek) kannst Du also entsprechend entnehmen, dass sich eine Krise in unterschiedliche Phasen unterteilen lässt. Das wiederum macht deutlich, wie Du reagieren und welche Maßnahmen Du gezielt einsetzen kannst.

Bei einer sich anbahnenden Krise hast Du noch eher die Möglichkeit, „das Ruder rumzureißen“ und (größeren) Schaden abzuwenden. Zur Verdeutlichung ein ganz einfaches Beispiel:

Du kommst am Abend zu Deinem Schatz nach Hause und bemerkst schon im Gespräch an dem Tonfall, dass die Stimmung angespannt ist. Du weißt, wenn Du jetzt etwas „Falsches“ sagst oder Dich kritisch äußerst, war es das mit Deiner Feierabendruhe. Krisenmanagement ist hier das Stichwort. Du ahnst, jetzt wäre es am besten sich zurückzuziehen, um ein Eskalieren der Situation nicht zu befördern. In diesem Moment befindest Du Dich, laut Schaubild, im „Aktiven Krisenmanagement“ an dem Punkt Krisenvermeidung / Präventives Handeln. Befändest Du Dich hingegen bereits im Streit mit Deinem Schatz, wäre dies dem Punkt Reaktives Krisenmanagement zuzuordnen.

Für Unternehmen gilt es bei einem Reaktiven Krisenmanagement eher darum, an der Liquidität zu arbeiten und eine Insolvenz zu vermeiden, was natürlich ein anderes Prozedere verlangt, als z.B. eine anbahnende Krise strategisch abzuwenden. 

Krisen erfolgreich meistern, so kann es gelingen.

Zusammenfassend wissen wir also nun:

  • Herausforderungen und Krisen können uns jederzeit ereilen.
  • Krisen lassen sich antizipieren, erahnen, können uns jedoch auch „eiskalt“ erwischen.
  • Je nachdem, ob wir mit einer sich anbahnenden Krise konfrontiert sind oder uns mittendrin befinden, erfordert es ein unterschiedliches Vorgehen.
  • Krisen können wir als Chance zur Weiterentwicklung sehen.
  • Wir können Krisen bewältigen

Aus der obigen Zusammenfassung lässt sich ableiten, wie wir Krisen sinnvoll managen und gestärkt aus ihnen hervor treten können.

Wir sind gut beraten, zwei Dinge im Auge zu behalten.

Zum einen kann es sinnvoll sein zu reflektieren, wie wir bisherige Hürden gemeistert haben und dabei zu analysieren, was uns im Detail dabei geholfen hat. Denn daraus lassen sich Bewältigungsstrategien ableiten, die sich auch in Zukunft bewähren können.

Zum anderen eignet es sich, einen offenen Geist zu bewahren, um handlungsfähig zu bleiben.

Warum? Wie wir wissen, können auch längst bewährte Erfolgsstrategien in gewissen herausfordernden Situationen versagen. Und genau für diesen Fall sollten wir so gut wie möglich versorgen, in dem wir zur Not von bisherigen Maßnahmen abrücken und offen für neue Lösungsansätze sind.

Erhebung des Status Quo – Eine Standortanalyse.

Um Krisen erfolgreich zu managen und zu bewältigen, führe ich in meinem Coaching mit Einzelpersonen, als auch bei der Durchführung von Trainings und Workshops in Unternehmen, zunächst eine Standortanalyse durch. Das heißt, ich erfasse den Status Quo. Dabei suche ich gezielt nach bereits vorhandenen Ressourcen (personell, finanziell, strategisch) und bisher erfolgreich eingesetzten und beschlossenen Bewältigungsmaßnahmen. Zusätzlich beleuchte ich den aktuellen Umgang mit der Krise und erfasse alle betroffenen Entscheidungsträger (siehe Schaubild unten).

Krisenmanagement

Bildquelle: Eigene Darstellung

Der Rückblick – Evaluation.

Ob aktuelle Krisenbewältigung oder Wappnung für zukünftige Herausforderungen. Der Blick zurück lohnt sich allemal. Zu sehen, was Du oder auch Dein Unternehmen, bereits schon durchgestanden und geschafft habt, stärkt in jedem Fall das Vertrauen in Dich selbst und Deine Fähigkeiten. Zudem kannst Du Dir dadurch bewusst machen, welche Strategien gut geholfen haben und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Ebenso hast Du die Möglichkeit zu reflektieren, wie Du Dich persönlich und beruflich weiterentwickelt hast.

So stelle ich gern in meinem Coaching die Frage: Was Du rückblickend gelernt hast. An welchen Stellen Du gewachsen bist. Welche Fähigkeiten doch noch mehr ausfeilen oder gar neu entwickelt hast. Welche neuen Wege Du für Dich selbst und/ oder in Deinem Unternehmen gefunden hast.

Um eine Krise, auch immer als Chance zum Wachstum begreifen zu können. Damit Du zukünftigen Herausforderungen die Stirn bieten kannst und sie erfolgreich meisterst.

 

Wie sind Deine bisherigen Erfahrungen im Umgang mit Krisen und wie stehst Du ihnen gegenüber? Teile doch gern mit mir Deine Erlebnisse.