Konfliktmanagement: Konflikte souverän und erfolgreich lösen.

Konfliktmanagement

Inhaltsverzeichnis

Konflikte begegnen uns im Berufs- und Privatleben.

Ein Konflikt ist schnell aufgetreten. Ein anderer Standpunkt, ein falsches Wort oder einfach nur ein falscher Blick– schon besteht eine Streitigkeit, die sich schnell hochschaukeln kann. Konflikten kannst Du nicht immer aus dem Weg gehen. Dabei können Konflikte gleichsam belastend sein, ob im Privatleben mit dem Partner oder der Partnerin oder mit Kollegen im Berufsalltag.

Die gute Nachricht: Konflikte lassen sich lösen. 

Was ist eigentlich ein Konflikt?

Zum Thema Konflikte gibt es inzwischen eine Menge Studien, Bücher, Schriften und Seminare. Unter einem Konflikt verstehen wir zumeist einen Prozess, bei dem es um eine Auseinandersetzung geht. Ein Konflikt kann sowohl in Dir selbst vorherrschen oder auch aus der Interaktion mit mindestens einer anderen Person resultieren. Weitere Kennzeichen eines Konflikts sind ein als unangenehm bzw. belastend erlebter emotionaler Zustand, der aufgrund von Unvereinbarkeiten hinsichtlich Ziele, Ideen, Meinungen, Haltungen, Verhaltensweisen oder Werten entsteht.

Doch wie äußert sich ein Konflikt und wie kann mit einem Konflikt im Team umgegangen werden?

Es gibt unterschiedliche Konfliktarten. Diese einmal kennen zu lernen, können Dir helfen Streitigkeiten schneller und effektiv zu deeskalieren. Sobald Du einschätzen kannst, um was für eine Art Konflikt es sich handelt, kannst Du entsprechende Handlungsmaßnahmen ableiten.

Diese sechs Konfliktarten können wir unterscheiden.

1.) Beziehungskonflikt:

Dieser speist sich aus Sympathie und Antipathie. In Zusammentreffen mit anderen Menschen, gibt es immer wieder Personen, die uns mehr ansprechen und welche, die wir eher meiden. Besonders bei Personen, die wir als eher unsympathisch empfinden ist das Konfliktpotenzial erhöht.

2.) Kommunikationskonflikt:

In unserer Kommunikation kann es schnell zu Meinungsverschiedenheiten kommen. Was jemand sagt, kann bei einer Person positiv ankommen und bei einer anderen Person hingegen eher negativ. Je nachdem wie die Person das Gesagte interpretiert, verbale und nonverbale Signale aufnimmt, verarbeitet und bewertet kann die Reaktion ganz unterschiedlich ausfallen und schlimmstenfalls zu einem Konflikt führen.

3.) Machtkonflikt:

Machtkonflikte finden wir zumeist in hierarchisch geformten Arbeitsplätzen oder auch typischerweise in einem Team wieder. Hier entzünden sich Spannungen und Konflikte, da es sich im Kern um das Innehaben und Erwirken des Alpha-Status handelt.

4.) Rollenkonflikt:

Je nachdem in welchem Umfeld oder Kontext wir uns befinden, nehmen wir eine Rolle ein. Mit diesen Rollen gehen auch immer Anforderungen und Erwartungen einher. Diese können in Konflikt mit den eigenen Bedürfnissen und Wünschen stehen.

  1. Zielkonflikt:

Bei einem Zielkonflikt handelt es sich zumeist um eine Unvereinbarkeit von verschiedenen Zielen und stellt die häufigste Konfliktart. Diese treffen wir sowohl in unserem Privatleben als auch im beruflichen Kontext an.

Gerade innerhalb eines Unternehmens kann es häufig zu Streitigkeiten dieser Art kommen. So kann es sein, dass unterschiedliche Ansichten und Interessen zu Streitigkeiten führen. Wichtig ist dabei, dass die Interessen erstmal sachlich bleiben. Dabei solltest Du darauf achten, dass die Konflikte nicht auf persönlicher Ebene ausgetragen werden, sondern immer auf der Sachebene bleiben. Das ist im beruflichen Kontext vielleicht einfacher handzuhaben als im privaten Bereich. Bringe Ruhe in die Diskussion und versuche, auch Dein gegenüber zu verstehen. So könnt ihr schneller eine Lösung erarbeiten.

Unsere persönlichen Konflikte

Ein anderer und weitaus schwieriger Punkt stellen persönliche Konflikte dar.

Wenn sich Menschen um uns herum verletzt fühlen, aus welchem Grund auch immer, bietet das die Grundlagen für Streitigkeiten und ein erhöhtes Konfliktpotenzial.

Vermutlich hast Du bereits selbst einen solchen Konflikt erlebt. Ob als aktive Partei oder unbeteiligte dritte Person – Streitigkeiten können Dir zahlreiche schlaflose Nächte bereiten und das Klima vergiften.

Oftmals fällt es uns in privaten Beziehungen viel schwerer Lösungen auf der Sachebene zu finden. Wenn sind emotionaler viel näher dran an unseren Liebsten, als an Kollegen, Vorgesetzen oder Kunden. Zudem kochen persönliche Streitereien viel öfter hoch, die nächste Gelegenheit wartet meist nicht lang auf uns und verursacht wiederum neue Konflikte. Besonders dann, wenn wir oder unser Gegenüber emotional verletzend im Konflikt handeln.

Und wahrscheinlich kennst Du das, wenn der Mund mal wieder schneller als der Kopf war. Im Streit sagen wir aus einer Emotion heraus viel eher Dinge, die den anderen verletzen und Dir wir zumeist im Nachhinein bereuen. Lassen wir uns hingegen Zeit, suchen die Distanz oder schlafen eine Nacht drüber, können wir viel souveräner und gelassener agieren. Nicht sofort aus dem Gefühl heraus zu reagieren kann Dir also helfen, Deine persönlichen Beziehungen zu verbessern, weitere Konflikte abzumildern und Belastungen zu reduzieren.

Rollenkonflikte und Anforderungen

Im Privat- und im Arbeitsleben nimmst Du immer wieder unterschiedliche Rollen ein.

Du bist vielleicht Führungskraft, Freund/in und Partner/in. Diese Rollen bergen ein großes Konfliktpotenzial. Denn die verschiedenen Anforderungen an Dich als Person oder an Deine Rolle erhöhen die Erwartung, dass diese durch Dich erfüllt werden. Das ist jedoch nicht immer leistbar. So kann ein Freund Loyalität von Dir erwarten, die Du aber vielleicht in diesem Moment gar nicht geben kannst oder willst, weil Du selbst den Konflikt überhaupt nicht so dramatisch empfindest. Oder ein Kollege wünscht sich Rückendeckung von Dir, obwohl es Dir unangenehm ist, gegen andere zu interagieren.

Das Positive an Konflikten

Konflikte können jedoch nicht immer nur negativ sein und Streitigkeiten nach sich ziehen. Du kannst durch Konflikte auch eine Weiterentwicklung erfahren, die Dich und bestenfalls Deine Streitpartner zu besseren Konfliktparteien werden lassen kann. Eine gemeinsame Suche nach Lösungen kann dazu führen, dass Du und Dein Team näher zusammenrücken. Hierbei kannst Du zielführend diskutieren und neue Blickwinkel ermöglichen eine neue Herangehensweise an ein Problem. Eine Herausforderung kann eine ganzheitliche Veränderung anstoßen.

Konfliktmanagement als Führungskraft

Viele Konflikte schwelen bereits jahrelang unerkannt im Arbeitsumfeld. Die einen fühlen sich benachteiligt, weil sie immer für die kranke Kollegin einspringen müssen. Die anderen finden ihre Arbeit nicht ausreichend honoriert, da sie bei der Bonusverteilung leer ausgegangen sind. Das alles kann dazu führen, dass es unter der Oberfläche brodelt.

Als Führungskraft ist Konfliktmanagement Bestandteil Deiner Führungsarbeit. Schwelende Konflikt im Team sollten daher am besten von Führungskräften, wie Dir erkannt und behandelt werden, sodass hier kein Flächenbrand entstehen kann.

Wenn schon Kleinigkeiten wie zu lautes Lachen am Telefon zu einer Eskalation führen kann, ist es Zeit gemeinsam mit dem Team an der Zusammenarbeit zu arbeiten. Den Teamzusammenhalt kannst Du durch regelmäßige Feedback Runden oder durch ein Team-Coaching eines externen Anbieters aktiv fördern. Fokus sollte darauf liegen, wie ein respektvolles Miteinander und eine Offenheit für Lösungswege im Team geschaffen werden kann.

Wie Du als Führungskraft souverän agieren und Konflikte managen kannst, um Konflikte in Deinem Team zu deeskalieren, dazu gibt es viele gute Tipps. Sicherlich gilt es für Dich jedoch immer erstmal abzuwägen, an welchem Punkt Du Dich einmischen oder besser raushalten solltest. Wichtig bleibt jedoch, dass Du nicht wegschaust. Um die psychologische Sicherheit und eine solide Vertrauensbasis in Deinem Team zu gewährleisten, solltest Du aktiv als Ansprechpartner auftreten und das Aufsuchen zielgerichteter Lösungen bei auftretenden Streitigkeiten in den Vordergrund stellen.

(Mehr dazu auch in meinem Artikel: Konflikte im Team: Leichter konstruktive und nachhaltige Lösungen finden.)

Konfliktprävention

Gleichzeitig macht es für Dich Sinn, Konflikte im Team bereits im Vorfeld gar nicht erst entstehen zu lassen. Präventiv kannst Du mich mit sicheren und festen Strukturen, sowie vereinbarten Rahmenbedingungen einer Zusammenarbeit entstehende Konflikte unwahrscheinlicher machen. Dich regelmäßig mit dem Team auszutauschen und die Stimmung einzufangen, kann eine weitere Hilfe sein, um Unstimmigkeiten frühzeitig aus dem Weg zu räumen.

Konflikte lösen – So geht´s.

Sollte bereits ein Konflikt im Team bestehen, begebe Dich aktiv auf Spurensuche. Der Grund eines Konfliktes sollte zeitnah durch Dich erforscht werden, um mit allen Beteiligten eine gute Lösung zu finden. Wichtig ist, dass Du Deinen Mitarbeitenden gegenüber eine neutrale Haltung einnimmst.

Ist die Ursache erst einmal bekannt, gilt es im Weiteren in Deiner Funktion als Führungskraft zwischen den Streitparteien zu vermitteln. Hier kannst Du gezielt Methoden und Strategien zur Konfliktlösung anwenden. Wenn Du Dich hierbei unsicher fühlst oder das Team nicht belasten möchtest, empfiehlt sich professionelle Unterstützung in Form eines Coachings oder einer Mediation.

Bei einer Mediation bietet sich ein externer, neutraler Dritter an, die Streitigkeiten aufzunehmen und zeigt Wege auf, damit die Beteiligten zu einer Lösung finden. Dabei stellt er sich nur als Vermittler dar und ist lediglich Moderator. Die Lösung wird durch beide Parteien selbst erarbeitet.

Schaffe eine offene Konfliktkultur

Immer mehr Unternehmen sehen den Sinn und die Vorteile, die es mit sich bringt, wenn eine offene Konfliktkultur gelebt wird. Du selbst kannst dazu beitragen eine solche Konfliktkultur entstehen zu lassen, wenn Du eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre schaffst, in der Unmut oder bereits entstehende Unstimmigkeiten frühzeitig angesprochen werden können. Als Führungskraft mit Vorbildfunktion bist Du gut beraten, wenn Du Wertschätzung und deeskalierendes Verhalten in Konfliktsituationen vorlebst und somit aktiv unter allen Beteiligten förderst

Fazit:

Konflikte gehören zu unserem Leben dazu und müssen nicht immer etwas Schlechtes bedeuten. Wichtig bleibt, Konflikte frühzeitig zu erkennen und konstruktive Lösungswege zu finden. Bestenfalls sorgst Du privat und beruflich dafür, eine offene Fehlerkultur zu etablieren, um Streitigkeiten gar nicht erst entstehen oder in weitere Folge schnell abmildern zu können. Solltest Du an einem Punkt der Schlichtung nicht mehr allein weiter kommen, kann es hilfreich sein professionelle Unterstützung in Form eines Coachings oder einer Mediation in Anspruch zu nehmen.

PS: Mein Tipp – Wenn Du als Führungskraft noch mehr Inspiration zum Thema Konfliktmanagement suchst, kann ich Dir dieses Fachbuch wärmstens ans Herz legen

 Konflikte lösen – Verhandeln unter Stress

Über Vivien Soppa

Als Business Coach, Psychotherapeutin und begeisterte Outdoorsportlerin, findest Du in mir eine vielseitige, kraftvolle und zielgerichtete Begleiterin.

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