Warum ein Führungskräfteseminar allein nicht reicht – meine Erfahrung aus der Arbeit mit Führungskräften

Führungskräfteseminar

Inhaltsverzeichnis

Ich begegne Führungskräften oft an einem ähnlichen Punkt. Sie haben Seminare besucht, Bücher gelesen, Tools gelernt. Sie wissen, wie gute Führung theoretisch funktioniert und erleben im Alltag trotzdem, dass sie unter Druck wieder genauso reagieren wie früher.

Wenn Du mit Führung arbeitest oder selbst führst, kennst Du das wahrscheinlich sehr gut. Im Seminar sind Inhalte und praktische Erfahrungen verständlich aufbereitet, wirksam und hilfreich. Zurück im (Führungs-)alltag wird es komplex, emotional und unübersichtlich. Wie soll hier (neu) Erlerntes nun nachhaltig integriert werden?

Genau hier beginnt das Missverständnis rund um Führungskräfteseminare.

Warum Wissen allein keine Führung verändert

Ein Führungskräfteseminar vermittelt in erster Linie Wissen. Eine gute Grundlage, aber nicht ausreichend, um wirksam zu führen. Führung vollzieht sich meist nicht auf der bewussten Ebene. In entscheidenden Momenten bestimmt unser Nervensystem, wie wir reagieren.

Wenn wir in kritische Situationen gelangen und unter Druck stehen, greifen wir vermehrt auf das zurück, was innerlich automatisiert ist:

  • alte Prägungen

  • innere Überzeugungen

  • unbewusste Schutzmechanismen

  • erlernte Rollenbilder

Genau diese Mechanismen und inneren Bilder sind es, die unser Erleben und Handeln maßgeblich steuern. Ob wir wollen oder nicht. Das zeigt sich vor allem in Aussagen, die recht häufig von Führungskräften in meinen Seminaren geäußert werden: „Ich weiß eigentlich, was ich tun müsste, aber ich mache es trotzdem anders.“

Wer tiefer verstehen will, warum Menschen unter Druck reagieren, wie sie reagieren, findet dazu fundierte Erklärungen in der psychologischen Forschung zur Rolle des Nervensystems in Stresssituationen: https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/stressreaktion/14450

Führung ist immer auch Selbsterfahrung

Führung bedeutet meiner Erfahrung nach:

  • mit eigenen Unsicherheiten umgehen zu können,

  • innere Spannung auszuhalten, ohne sie sofort auf andere zu übertragen,

  • Konflikte nicht zu vermeiden, sondern bewusst zu führen und

  • Verantwortung nicht nur formal, sondern innerlich zu tragen.

Was ich hier benenne, sind Kompetenzen auf einer tieferen Ebene, innere Fähigkeiten. Genau deshalb ist Führung auch immer ein psychologischer Prozess.

Ein persönliches Praxisbeispiel

Bei der Heller Tools GmbH begann meine Arbeit mit einem einzelnen Führungskräfteseminar zum Thema Psychologie für Führungskräfte. Der Geschäftsführer war offen, neugierig und wollte verstehen, was Führung jenseits von Methoden bedeutet.

Im Seminar zeigte sich schnell, wie viele Führungsthemen vorhanden waren, die sich aus psychologischer Perspektive betrachten ließen.  Dabei wurde vor allem deutlich, dass ein einzelner Tag nicht ausreicht, um innere Muster nachhaltig zu verändern.

Nach dem Seminar sagte der Geschäftsführer sinngemäß: „Das hat viel angestoßen, aber jetzt brauchen wir etwas, das bleibt.“

Aus diesem Impuls entstand eine zweijährige Zusammenarbeit mit regelmäßigen 1:1 Coachings und vertiefenden Formaten. Erst durch diese Kontinuität konnten Führungskräfte beginnen, sich selbst wirklich zu beobachten, zu verstehen und Schritt für Schritt anders zu handeln.

Was aus psychologischer Sicht wirklich wirkt

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wirklich nachhaltige Führungsentwicklung vier Dinge benötigt:

  1. Einen geschützten Raum, in dem nichts bewiesen werden muss,

  2. Zeit, um neue innere Haltungen zu entwickeln,

  3. individuelle Begleitung, weil Führung immer persönlich ist und

  4. psychologisches Verständnis, statt schneller Lösungen.

Ein Führungskräfteseminar kann vieles anstoßen. Wirkliche Veränderung entsteht jedoch erst im Anschluss, mit Begleitung und der Möglichkeit zum Austausch.

Wer verstehen möchte, auf welchen psychologischen Grundlagen Führung überhaupt wirkt, findet dazu einen guten Überblick über die psychologischen Grundlagen von Führung: https://www.haufe.de/personal/hrmanagement/psychologie-der-fuehrung_80_463812.html

Mein Fazit

Wenn sich Führung verändern soll, müssen wir dorthin schauen, wo Entscheidungen wirklich entstehen – in unser Innerstes. Je bewusster wir uns unserer inneren Muster und Mechanismen werden, desto klarer wird unser Handeln.
Wenn Du Führung nicht nur trainieren, sondern wirklich entwickeln willst, lass uns ins Gespräch gehen.

Über Vivien Soppa

Als Business Coach, Psychotherapeutin und begeisterte Outdoorsportlerin, findest Du in mir eine vielseitige, kraftvolle und zielgerichtete Begleiterin.

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