In Zeiten von Unsicherheiten und Krisen – Wie ein gutes Krisenmanagement gelingen kann.

Bereits Erick Kästner fasste es treffend zusammen „Seien wir ehrlich – leben ist immer lebensgefährlich.“

Und ja, unser Leben bestand schon immer aus Unsicherheiten, unvorhersagbaren Ereignissen und Risiken, die an jeder Ecke lauern. Das war bereits vor der Corona-Krise so und wird sich auch nach Pandemieende nicht verändern. Leben bedeutet stets Entwicklung und Veränderung. Nichts bleibt, wie es ist. Nicht mal wir selbst. Vom Säuglings- bis zum Seniorenalter verändern wir uns durchgehend physisch, mental und emotional.

Selbst, wenn wir Pläne schmieden und das kennst Du bestimmt, bahnt sich das Leben stets seinen eigenen Weg. Wie oft ist bereits in Deinem Leben, in Deiner Selbstständigkeit oder in Deinem Unternehmen musstest Du Pläne, Vorhaben und Ziele wieder verwerfen. Einfach, weil die Dinge anders gekommen sind, als gewünscht und angedacht. Vielleicht, weil Mitarbeiter:innen kündigen, Kooperationspartner abspringen, sich Märkte verändern, Finanzkrisen oder private Probleme entstehen.

Der „Cliffhanger“ unseres Lebens – Unsicherheit aushalten.

Wir sind also tagtäglich mit eben diesen Unberechenbarkeiten konfrontiert und im Grunde wissen wir das auch, nur einen geeigneten Umgang damit zu finden, stellt für die meisten Menschen eine große Herausforderung dar. So berichten mir auch viele meiner Klient:innen im Coaching, wie herausfordernd es für sie selbst, Kolleg:innen oder auch für ihre Mitarbeiter:innen ist, durch Krisenzeiten hindurchzugehen ohne zu wissen, wie sich der Ausgang gestaltet.

Genau also, wie bei einer Folge Deiner Lieblingsserie, die den Spannungsbogen nach oben zieht und Dich dann am Ende mit dem „Cliffhanger“ aufgeregt zurücklässt.  Am liebsten würdest Du jetzt wissen, wie es weitergeht. Aber das erfährst Du natürlich nur, wenn Du die nächste Folge klickst. Das Nichtaushalten der Unwissenheit und die Neugierde treibt Dich letztlich dazu an, (gleich) weiter zu schauen.

Orientierung und Planbarkeit ist das, was wir uns wünschen. Das Aufhalten in der Komfortzone, ein geregeltes Leben führen, heiraten, eine Lebensversicherung abschließen und einen unbefristeten Mietvertrag haben. Alles, um das Gefühl der maximalen Sicherheit zu erreichen. Kontrolle über das Unkontrollierbare zu erlangen und doch scheitern wir immer wieder. Denn Leben ist auch immer Risiko. Ob wir wollen oder nicht.

Unsicherheit und Risiko – Unseren treuen Begleiter.

Letztlich gilt es zu lernen, mit Ungewissheiten umzugehen. Beruflich und privat. Denn, wenn Du akzeptieren kannst, dass Unsicherheiten und Risiken nun eben mal Teile unserer Existenz sind, kannst Du handlungsfähig bleiben und Krisen souveräner meistern. Jede Herausforderung, der Du begegnest, bietet Dir auch immer die Chance, Dich weiterzuentwickeln.

Nicht umsonst suchen erfolgreiche Unternehmen auch immer Krisen. Sie haben verstanden, dass Krisen das Potenzial bieten, Innovationen befördern und hervorbringen können.

Und genau darum geht es in diesem Beitrag. Lies jetzt weiter und erfahre, wie es Dir als Privatperson und vor allem als Selbstständige:r oder Unternehmer:in gelingen kann, Krisen zu meistern und sogar gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

Was ist eigentlich Unsicherheit?

Mit dem Substantiv Unsicherheit ist gemeint: Das Nichtwissen über etwas oder eine Situation in der Zukunft, deren Entwicklung bzw. Ausgang wir nicht kennen.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, ich möchte in meinem Unternehmen ein neues Produkt X entwickeln. Meine Kundenumfrage hat ergeben, dass es prinzipiell eine Nachfrage für mein Produkt X gibt. Zunächst erstmal eine gute Ausgangsgrundlage. Doch trotzdem kann ich nicht mit absoluter Gewissheit davon ausgehen, dass mein Vorhaben Produkt X zur absoluten „Cash-Cow“ zu machen fruchtet und es zu 100% den Kundenwünschen entspricht. Es kann gut sein, dass sich die Wünsche meiner Kund:innen bis zur Fertigstellung der Produkts X schon wieder geändert haben. Und genau damit sind wir als Entscheidungsträger:innen, Selbstständige:r und Unternehmer:in tagtäglich konfrontiert. Wir müssen Entscheidungen unter Abwägung von Unsicherheiten und Risiken treffen.

Warum fällt es uns so schwer, Unsicherheit auszuhalten?

Der Psychologe Klaus Grawe hat einst vier grundlegende Bedürfnisse beschrieben, die uns allen Menschen innewohnen. Er geht davon aus, dass wir nach:

  • Orientierung und Kontrolle
  • Selbstwerterhöhung / Selbstwertschutz (Wir wollen anerkannt und gesehen werden. Uns als kompetent empfinden.)
  • Lustgewinn / Unlustvermeidung
  • Bindung (Zugehörigkeit) streben.

Betrachten wir das erste Bedürfnis „Orientierung und Kontrolle“ wird klar, warum wir kein Fan von Unsicherheiten sind. In dem Moment, in dem wir nicht wissen, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln und wir auch nur wenig oder keinen Einfluss darauf nehmen können, erleben wir zunehmend einen Kontrollverlust und fühlen uns orientierungslos. Dies geht mit einer Reihe an unangenehm erlebten Gefühlen einher und macht deutlich, warum wir es so gern vermeiden, Unsicherheiten zu erleben und Risiken einzugehen.

Natürlich, im ersten Moment mag es bequem sein, wenn Du Dich neuen und ungewohnten Herausforderungen nicht stellen musst. Doch langfristig betrachtet, nimmst Du Dir die Möglichkeit, zu wachsen und Dein Handlungsrepertoire zu erweitern. Bist Du etwa darauf bedacht, jede Krise zu umschiffen und keinerlei Risiken einzugehen, wirst Du nie erfahren, welch (wahres) Potenzial in Dir, Deinem Business oder Deinen Mitarbeiter:innen steckt.

Letztlich bleibst Du auf der Strecke, während andere an Dir vorbeiziehen. Einfach weil sie sich getraut haben eine neue Stelle anzunehmen, ein eigenes Business zu gründen oder eine risikobehaftete Veränderung im Unternehmen durchzuführen.

Selbst Reinhard Mohn, langjährige Bertelsmann-Chef, war der Meinung, dass Unternehmer:innen  um wirklich Erfolg zu haben, dazu bereit sein sollten Risiken einzugehen.

Selbstverständlich meint Risikobereitschaft und die Offenheit gegenüber Krisen nicht, dass Du Dich völlig blauäugig und strategielos in unbekannte Situationen begeben sollst.

Krisen strategisch begegnen und erfolgreich managen.

Im Privaten, wie im Beruflichen können uns also Krisen jederzeit ereilen. Blicke einmal auf Dein bisheriges Leben zurück und ich bin mir sicher, Du hast auch schon die ein oder andere Krise durchlebt. Krisen können übrigens durch innere und / oder äußere Umstände hervorgerufen werden.

Innere Auslöser können auf der persönlichen Ebene Ängste, negative Erfahrungen und Enttäuschungen sein. Berufsbezogen kann dies Firmenintern beispielsweise durch eine mangelhafte Kommunikation, ein inadäquates Finanzmanagement oder fehlende Innovationen bedingt sein.

Äußere Auslöser für eine Krise können Naturkatastrophen, Finanzkrisen oder eine politisch gesteuerte Anhebung von Rohstoffpreisen sein.

Ob mono- oder multikausal bedingte Krise, die Frage ist stets die, ob Du selbst oder auch Dein Unternehmen über ein adäquates Krisenmanagement verfügt und nicht zuletzt auch, mit welcher persönlichen Einstellung Du Krisen begegnest.

Krisen als Chance begreifen.

Betrachten wir einmal die Corona-Krise. Sicherlich, es gibt und gab viele beschwerliche Momente für Dich und viele andere. Doch es gibt auch positive Entwicklungen, die erst durch Corona ermöglicht wurden. Die Natur konnte sich erholen, es gab insgesamt weniger CO-2 Emissionen, viele Menschen hatten das Gefühl besser zu Ruhe kommen zu können und Defizite konnten aufgedeckt werden. Dadurch erlebten bspw. die Pflegeberufe eine längst überfällige Beachtung und Aufwertung in der Gesellschaft.

Arbeitgeber:innen waren angewiesen Homeoffice zu ermöglichen. Ein Umstand, der für viele Unternehmer:innen lange Zeit undenkbar war, aus Angst davor ihre Mitarbeiter:innen nicht mehr im Auge behalten zu können und Produktivitätseinbußungen in Kauf nehmen zu müssen. Und doch zeigten die Erfahrungen, dass Mitarbeiter:innen (bei entsprechender Führung) auch von zu Hause aus produktiv sein können und viele Aufgaben durch das Fortschreiten der Digitalisierung eigentlich von überall aus durchführbar sind.

Vielen Manager:innen und Führungskräften erlebten zudem, dass Online Meetings erfolgreich verlaufen können, ohne dafür um den halben Globus fliegen zu müssen.

Krisenmanagement – Das 4-Phasen-Modell

Was also kannst Du konkret für Dich oder Dein Unternehmen tun, um eine Krise zu meistern, sie ggf. abzuwenden und bestenfalls gestärkt aus ihr hervorzugehen?

Klar ist, dass Du Dich zunächst damit befassen solltest, ob sich eine Krise erahnen, ergo antizipieren lässt oder ob Du akut auf eine Krise reagieren musst. So, wie wir es in Zeiten von Corona erlebt haben. Je nachdem erfordert es nämlich ein anderes Handeln von uns.

In jedem Fall empfiehlt es sich, ob als Privatperson, Führungskraft, Manager:in oder Unternehmer:in Strategien und Maßnahmen zur Krisenbewältigung zu entwickeln, um zukünftig auf Unerwartetes schnell, effektiv und schadensabwendend oder- begrenzend zu reagieren. In diesem Zusammenhang sprechen wir auch von dem Terminus Krisenmanagement.

Ein jedes Unternehmen, das ein langfristiges Überleben anstrebt, sollte darauf bedacht sein, ein fähiges Krisenteam zu installieren, über geeignete Strategien zu verfügen und eine effektive Kommunikation zu ermöglichen.

Das unten aufgeführte 4-Phasen-Modell nach Prof. Dr. U. Krytsek nutze ich gern, um ein besseres Verständnis über den Umgang mit Krisen zu erhalten.

Bildquelle: https://www.groupalarm.com/blog/was-ist-krisenmanagement-teil-2-krisenmanagement-prozess

Dem 4-Phasen-Modell (n. Krystek) kannst Du also entsprechend entnehmen, dass sich eine Krise in unterschiedliche Phasen unterteilen lässt. Das wiederum macht deutlich, wie Du reagieren und welche Maßnahmen Du gezielt einsetzen kannst.

Bei einer sich anbahnenden Krise hast Du noch eher die Möglichkeit, „das Ruder rumzureißen“ und (größeren) Schaden abzuwenden. Zur Verdeutlichung ein ganz einfaches Beispiel:

Du kommst am Abend zu Deinem Schatz nach Hause und bemerkst schon im Gespräch an dem Tonfall, dass die Stimmung angespannt ist. Du weißt, wenn Du jetzt etwas „Falsches“ sagst oder Dich kritisch äußerst, war es das mit Deiner Feierabendruhe. Krisenmanagement ist hier das Stichwort. Du ahnst, jetzt wäre es am besten sich zurückzuziehen, um ein Eskalieren der Situation nicht zu befördern. In diesem Moment befindest Du Dich, laut Schaubild, im „Aktiven Krisenmanagement“ an dem Punkt Krisenvermeidung / Präventives Handeln. Befändest Du Dich hingegen bereits im Streit mit Deinem Schatz, wäre dies dem Punkt Reaktives Krisenmanagement zuzuordnen.

Für Unternehmen gilt es bei einem Reaktiven Krisenmanagement eher darum, an der Liquidität zu arbeiten und eine Insolvenz zu vermeiden, was natürlich ein anderes Prozedere verlangt, als z.B. eine anbahnende Krise strategisch abzuwenden. 

Krisen erfolgreich meistern, so kann es gelingen.

Zusammenfassend wissen wir also nun:

  • Herausforderungen und Krisen können uns jederzeit ereilen.
  • Krisen lassen sich antizipieren, erahnen, können uns jedoch auch „eiskalt“ erwischen.
  • Je nachdem, ob wir mit einer sich anbahnenden Krise konfrontiert sind oder uns mittendrin befinden, erfordert es ein unterschiedliches Vorgehen.
  • Krisen können wir als Chance zur Weiterentwicklung sehen.
  • Wir können Krisen bewältigen

Aus der obigen Zusammenfassung lässt sich ableiten, wie wir Krisen sinnvoll managen und gestärkt aus ihnen hervor treten können.

Wir sind gut beraten, zwei Dinge im Auge zu behalten.

Zum einen kann es sinnvoll sein zu reflektieren, wie wir bisherige Hürden gemeistert haben und dabei zu analysieren, was uns im Detail dabei geholfen hat. Denn daraus lassen sich Bewältigungsstrategien ableiten, die sich auch in Zukunft bewähren können.

Zum anderen eignet es sich, einen offenen Geist zu bewahren, um handlungsfähig zu bleiben.

Warum? Wie wir wissen, können auch längst bewährte Erfolgsstrategien in gewissen herausfordernden Situationen versagen. Und genau für diesen Fall sollten wir so gut wie möglich versorgen, in dem wir zur Not von bisherigen Maßnahmen abrücken und offen für neue Lösungsansätze sind.

Erhebung des Status Quo – Eine Standortanalyse.

Um Krisen erfolgreich zu managen und zu bewältigen, führe ich in meinem Coaching mit Einzelpersonen, als auch bei der Durchführung von Trainings und Workshops in Unternehmen, zunächst eine Standortanalyse durch. Das heißt, ich erfasse den Status Quo. Dabei suche ich gezielt nach bereits vorhandenen Ressourcen (personell, finanziell, strategisch) und bisher erfolgreich eingesetzten und beschlossenen Bewältigungsmaßnahmen. Zusätzlich beleuchte ich den aktuellen Umgang mit der Krise und erfasse alle betroffenen Entscheidungsträger (siehe Schaubild unten).

Krisenmanagement

Bildquelle: Eigene Darstellung

Der Rückblick – Evaluation.

Ob aktuelle Krisenbewältigung oder Wappnung für zukünftige Herausforderungen. Der Blick zurück lohnt sich allemal. Zu sehen, was Du oder auch Dein Unternehmen, bereits schon durchgestanden und geschafft habt, stärkt in jedem Fall das Vertrauen in Dich selbst und Deine Fähigkeiten. Zudem kannst Du Dir dadurch bewusst machen, welche Strategien gut geholfen haben und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Ebenso hast Du die Möglichkeit zu reflektieren, wie Du Dich persönlich und beruflich weiterentwickelt hast.

So stelle ich gern in meinem Coaching die Frage: Was Du rückblickend gelernt hast. An welchen Stellen Du gewachsen bist. Welche Fähigkeiten doch noch mehr ausfeilen oder gar neu entwickelt hast. Welche neuen Wege Du für Dich selbst und/ oder in Deinem Unternehmen gefunden hast.

Um eine Krise, auch immer als Chance zum Wachstum begreifen zu können. Damit Du zukünftigen Herausforderungen die Stirn bieten kannst und sie erfolgreich meisterst.

 

Wie sind Deine bisherigen Erfahrungen im Umgang mit Krisen und wie stehst Du ihnen gegenüber? Teile doch gern mit mir Deine Erlebnisse.

Selbstständig machen – Ja oder nein? Diese Vor- und Nachteile solltest Du unbedingt kennen!

Selbstständig machen

Soll ich mich selbstständig machen?

Diese Frage habe ich mir selbst vor vielen Jahren gestellt und bin zur stets gleichen Antwort gekommen: Definitiv Ja!

Und vielleicht spielst auch Du gerade mit dem Gedanken, beruflich etwas zu verändern und Dein eigenes Business aufzubauen?

Viele meiner Kund:innen, die zu mir ins Coaching kommen bewegt diese Frage. Die Antwort darauf ist jedoch nicht immer so eindeutig. Augenscheinlich geht die Abwägung, sich für oder gegen eine Selbstständigkeit zu entscheiden, mit vielen weiteren Fragen einher. Zudem führt sie uns unsere inneren Zweifel und Ängste vor Augen und erfordert damit auch die Auseinandersetzung mit uns selbst.

Jede berufliche Veränderung ist somit auch immer eine persönliche.

In der Zusammenarbeit mit meinen Klient:innen beleuchte ich die auftretenden Fragezeichen und Sorgen genauer. Dabei ist es unerlässlich, sich mit den Vor- und Nachteilen, die der Schritt in die Selbstständigkeit mit sich bringt, zu beschäftigen.

In diesem Beitrag erfährst Du, welche positive und negativen Seiten eine Business-Gründung mit sich bringt und was mich konkret überzeugt hat, mich selbstständig zu machen.

Kenne die Motivation, Dich selbstständig machen zu wollen.

Es macht bei der Frage, ob Du in die Selbstständigkeit gehen willst, Sinn, Dir einmal Deine Motive dafür eingehender zu betrachten. In der Psychologie unterscheiden wir zwischen intrinsischer (aus sich selbst heraus) und extrinsischer (durch äußere Faktoren bedingter) Motivation. Bei der intrinsischen Motivation machen wir Dinge aus unserem inneren Antrieb heraus, einfach, weil sie uns interessieren und uns Freude bereiten. Die extrinsische Motivation hingegen zeigt sich dadurch, dass wir bereit sind Dinge zu tun, die uns keine Freude bereiten, mit dem Ziel dafür etwas anderes zu erhalten. Wenn ich bspw. unbedingt abnehmen möchte, Sport mir jedoch nie Spaß gemacht hat, ich dies trotzdem tue, da ich einen schönen Körper und Anerkennung möchte, bin ich extrinsisch motiviert.

Extrinsisch motiviert zu sein, kann uns gut dabei helfen, den inneren Schweinehund zu überwinden (wer macht schon gerne die Steuererklärung😉), sollte bei der beruflichen Entscheidung jedoch nicht die Haupttriebfeder sein. Denn es birgt die Gefahr langfristig unzufrieden zu sein.

Vielmehr ist es ratsam, den Schritt in die Selbstständigkeit aus dem eigenen Wollen und dem eigenen Interesse heraus, zu starten. Besonders zu Beginn, wenn noch lange Durstphasen in Puncto Kundengewinnung und Einkommen auf Dich warten, brauchst Du eine hohe intrinsische Motivation, um durchzuhalten. Dir immer wieder vor Augen führen zu können, warum Du das alles eigentlich machst. Wer auf schnellen Erfolg, Geld und Anerkennung aus ist, kann hier bereits zu Beginn schnell frustriert werden.

Für mich war von Anfang an klar, dass ich mich mit Coaching selbstständig machen will, da mich die Zusammenarbeit mit Menschen erfüllt und mir die Beschäftigung mit den zahlreichen und vielfältigen beruflichen und privaten Themen unglaublichen Spaß macht. Auch, ohne das am Ende des Tages ein bestimmter Betrag auf meinem Konto landet.

5 Vor- und Nachteile, wenn Du planst Dich selbstständig zu machen.

Die nachfolgenden 5 Vor- und Nachteile, die ich ebenfalls häufig im Coaching mit meinen Klient:innen eruiere, solltest Du bedenken, wenn Du in der Phase bist abzuwägen, ob Du Dein eigenes Business aufbauen willst.

5 Vorteile in der Selbstständigkeit:

1. Flexible Zeitgestaltung.

Du kannst Dir als Selbstständige:r Deine Zeit viel freier einteilen, als in einem Angestelltenverhältnis. Je nach Branche, kannst Du Deine Arbeitszeiten so für Dich festlegen, wie es für Dich am besten passt. Diesen Punkt erlebe ich immer wieder als großen Vorteil. Es gibt Tage, da fang ich sehr früh an zu arbeiten, einfach weil ich schon wach bin und Tage, da kann ich mir die Freiheit rausnehmen, später zu starten, auszuschlafen und in Ruhe zu frühstücken. Herrlich.

2. Etwas Eigenes mit Mehrwert schaffen.

Mich erfüllt der Gedanke, dass ich mir mein eigenes Business selbst aufgebaut habe und das gleichzeitig noch dazu beiträgt, einen eindeutigen Mehrwert zu schaffen. Mit meinen Coachings helfe ich anderen Menschen dabei, beruflich neu durchzustarten und das beste auch sich und ihrem Business oder ihrer Karriere zu machen. Viele meine Klient:innen berichten mir immer wieder davon, wie unglücklich sie in ihrem Job sind, da sie in diesem keinen Sinn oder Mehrwert für sich sehen. Und mehr denn je ist das Bestreben einer Tätigkeit mit Sinn nachzugehen, groß. Genauso auch bei Dir?

3. Sein:e eigene:r Chef:in sein.

Als Solo- oder Multipreneur bist Du für Dich und Dein Unternehmen selbst verantwortlich. Es gibt keine:n miesgelaunte:n oder inkompetente:n Chef:in, der/die auch noch sagt, was Du zu tun oder zu lassen hast. Du selbst kannst frei entscheiden, wie Du Deine Tätigkeiten und Dein Unternehmen strukturierst. Mich freut besonders, dass ich mir immer wieder überlegen kann, wie ich mich weiter entwickeln möchte. Ich selbst kann bestimmen, wie, in welchen Umfang und zu welcher Zeit ich das mache.

Das war früher im Angestelltenverhältnis anders und hat mich frustriert. Oft gab es keine finanzielle oder zeitliche Unterstützung für Weiterbildungen, es fehlte an einer Führungskraft, die mich in meiner Weiterentwicklung unterstützt hat oder aber die Themen, in denen ich mich hätte fortbilden können, waren stark limitiert.

4. Dich ständig weiterentwickeln zu können.

Ob im eigenen Business oder persönlich. Als Selbstständige:r bist Du immer dran, etwas zu verändern, zu verbessern und neu zu gestalten. Auch persönlich lernst Du ständig dazu. Du setzt Dich mit Dir selbst auseinander, überwindest Ängste, verschiebst Grenzen, entwickelst neue Kompetenzen und wächst somit über Dich selbst hinaus.

5. Aufstieg auf der Finanz- und Karriereleiter.

Je nach Branche und Unternehmen, gibt es im Angestelltenverhältnis keine Möglichkeit, groß aufzusteigen und am Ende des Monats mehr auf dem Konto zu haben. In meinem damaligen Job als Psychotherapeutin in der Klinik, hätte ich noch die Möglichkeit gehabt zur „Leitenden Psychologin“ aufzusteigen, das wäre es dann aber auch schon gewesen. Auch finanziell gesehen gab es ein bestimmtes Limit, über das ich nicht hätte hinaus kommen können. Egal, wie viel und gut ich gearbeitet hätte.

Mit einem eigenen Business hingegen, das auf einer soliden und lukrativen Gesamtstrategie fußt, kannst Du Dein Einkommen selbst bestimmen und skalierbar machen.

Es fehlt Dir noch an einer zielführen Gesamtstrategie für Dein Business? Dann vereinbare doch gleich ein kostenloses Erstgespräch mit mir und lass uns gemeinsam schauen, wie wir Dich und Dein Business ganz nach vorn bringen.

5 Nachteile, wenn Du Dich selbstständig machst.

Natürlich gibt es neben den vielen Vorteilen, die eine Selbstständigkeit mit sich bringt, auch einige Nachteile. Es lohnt sich also, wie bei jeder Entscheidung für oder gegen etwas, alle Aspekte zu betrachten und für sich selbst zu bewerten. Nur Du allein weißt, was Du bereit bist in Kauf zu nehmen und auf was Du notgedrungen verzichten kannst.

Viele meiner Klient:innen, ebenso wie ich, sind bereit einige der unten genannten „Opfer“ zu erbringen, da für uns die Vorteile eines eigenen Business klar überwiegen. Es ist jedoch genauso richtig, sich gegen eine Selbstständigkeit zu entscheiden. Nicht für jeden ist die Selbstständigkeit „das Richtige“, vor allem dann nicht, wenn die Nachteile zu schwer wiegen. Ich habe einige Klient:innen betreut, die sogar mit großer Freude zurück ins Angestelltenverhältnis gegangen sind und bis heute sehr zufrieden mit ihrer Entscheidung sind.

Hier findest Du nun fünf große Nachteile, ein eigenes Business zu haben.

1. Du musst für alles selbst aufkommen

Der Vorteil eines Angestelltenverhältnisses liegt darin, dass Du über Deinen Arbeitgeber kranken- und sozialversichert bist und ein regelmäßiges Einkommen erwarten kannst. Als Selbstständige:r  musst Du selbst dafür sorgen, Dich entsprechend selbst zu versichern und privat vorzusorgen. Auch unregelmäßige Einkünfte sollten von Dir abgefangen werden können. Bedenke zudem, dass alle Steuern von Dir selbst abzuführen oder im Voraus, wie bei der MwSt-Vorauszahlung, zu leisten sind. Du solltest also von Anfang Deine Selbstständigkeit an so planen, dass Du im Zweifelsfalle genug Rückenlagen oder andere finanzielle Mittel hast, auf die zurückgreifen kannst.

Solltest Du dabei Unterstützung benötigen, zögere nicht, mit mir in Kontakt zu treten und ein kostenfreies Erstgespräch zu vereinbaren. Um, die für Dich passende und lukrative Gesamt-Business-Strategie zu entwickeln.

2. Du musst Dir viele verschiedene Kompetenzen aneignen.

Gerade zu Beginn und vor allem dann, wenn Du als Solopreneur Dein Business allein aufziehst, bist Du „Mädchen für alles“. Du bist Sekretär:in, Buchhalter:in, Marketing-Experte:in, Kundenberater:in, Webdesigner:in, Autor:in, Geschäftsinhaber:in und Kaffeezubereiter:in in einem. Dies kann mitunter sehr anstrengend sein, da Du mehrere Rollen gleichzeitig bedienen und Dir in kürzester Zeit neue Skills aneignen musst.

Ich erinnere mich noch gut, wie erschöpft ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit war. Mich in so viele und neue Themenbereiche gleichzeitig einzuarbeiten, war schon ein großer Kraftakt. Als Psychotherapeutin und Coach hatte ich keinerlei Ahnung von Marketing. Geschweige denn davon, wie man mit WordPress arbeitet, Newsletter und Design-Templates erstellt und so vieles mehr.

3. Du bist Dein:e eigene:r Chef:in.

Zunächst kann es ganz schön verlockend klingen, niemanden mehr über sich zu haben und auch von nervigen Kolleg:innen verschont zu bleiben. Es kann jedoch mitunter sehr einsam sein, allein zu arbeiten. Vor allem dann, wenn Du keine Mitarbeiter:innen oder Kundenkontakte hast, weil Du solo-selbstständig und online arbeitest. Aber auch als Unternehmensinhaber:in und Chef:in, sind Einsamkeitsgefühle keine Seltenheit. Es fehlen häufig Gleichgesinnte, mit denen man sich austauschen kann.

Viele konnten diese Einsamkeitsgefühle zu Zeiten des Lockdowns und Homeoffice deutlich spüren. Einige meiner Klient:innen berichteten mir, wie einsam sie sich gefühlt haben. Es fehlte der persönliche Austausch vor Ort mit (Geschäfts-) Kolleg:innen, Kund:innen, oder Mitarbeiter:innen. Sie vermissten die gemeinsame Mittagspause und den lustigen Schnack beim Kaffee.

4. Leben mit Unsicherheiten.

Im Gegensatz zum Angestelltenverhältnis, musst Du Dich als Selbstständige:r bzw. Unternehmer:in ständig mit verschiedenen Unsicherheiten auseinandersetzen. Das kann mitunter sehr nervenaufreibend und anstrengend sein. Je nachdem auch, wie viel gefühlte Sicherheit Du in Deinem Leben brauchst. Im eigenen Business bist Du permanent damit konfrontiert, mit finanziellen Schwankungen klar kommen zu müssen, Kundenflauten auszuhalten, Marktveränderungen im Blick haben zu müssen und Entscheidungen treffen zu müssen, deren Ausgang Du nicht vollends antizipieren kannst.

5. Hoher Workload.

Das eigene Business aufzubauen und nach vorn zu bringen, kann sehr viel Zeit kosten. 50-70 Arbeitsstunden pro Woche sind keine Seltenheit und das über einen längeren Zeitraum. Ich erinnere mich an eine Klientin, die zusammen mit ihrem Mann ein Hotel im Süden eröffnet hat. Über zwei Jahre arbeiteten beide täglich 12 Stunden und mehr, machten keinen Urlaub und sahen Freunde und Bekannte, so gut wie nie. Ihr Einsatz wurde am Ende mit Erfolg belohnt, doch bis dahin benötigte es viel Kraft, Durchhaltevermögen und Verzicht. Nicht immer muss es wie bei meiner Klientin laufen, doch Du solltest Dir bewusst sein, dass es Phasen gibt, in denen es viel Arbeitsinput benötigt und Du wenig Zeit für Familie, Freunde und Hobbies haben wirst.

Mein Fazit: Selbstständigkeit definitiv Ja!

Auch nach einigen Jahren in meiner Selbstständigkeit, überwiegen für mich persönlich nach wie vor und ganz eindeutig, die Vorteile einer Selbstständigkeit. Die vielen Freiheiten, Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, sowie das Kreieren einer wohltuenden Work-Life-Balance überstrahlen alle Nachteile. Natürlich gab es immer mal wieder Zeiten, in denen ich darüber nachgedacht habe, wie schön „sicher“ ein Angestelltenverhältnis ist, doch am Ende wurde mir jedes Mal wieder klar, was ich an meinem eigenen Business so schätze. Und das bin ich nicht bereit aufzugeben.

Wie ist das bei Dir? Welche Vor- und Nachteile in Puncto Selbstständigkeit erlebst oder kennst Du? Hinterlasse mir doch einen Kommentar.